Herzlich willkommen

beim Volksmusik-Magazin des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V.

Auf dieser neuen Plattform wollen wir – die Mitarbeiter/-innen der Abteilung Volksmusik – interessante Ergebnisse aus der täglichen Arbeit in den Beratungs- und Forschungsstellen für Volksmusik in Altbayern, Franken und Schwaben präsentieren.
Hier finden Sie Wissenswertes und Hörenswertes über die Volksmusik in Bayern allgemein und im Besonderen über unsere Arbeit: Es gibt historische und neu gesetzte Noten für Instrumentalmusik bzw. Lied- und Tanzblätter zum Herunterladen, außerdem Musikbeispiele und Informationen zu unseren  Veranstaltungen u.v.a.m.

Lesen Sie mehr darüber und über die verantwortlichen Blog-Autoren unter dem Menu „Über uns“.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern, Lesen und Hören und hoffen auf rege Rückmeldungen über die angebotene Kommentarfunktion.

Liederlust mit Rosenduft

Eine der meistbesungenen Blumen ist sicher die Rose. Ich denke, jedem kommen sofort einige Liedtitel in den Sinn, wenn er an die Rose denkt. Wer hat nicht schon zu den „weissen Rosen aus Athen“ von Nana Mouskouri geschwoft oder sich mit Hildegard Knef gewünscht: „Für mich soll’s rote Rosen regnen?“
Auch im Bereich der Volkslieder findet sich eine Vielzahl an Liedern, in denen die Rose als Symbol für Liebesglück und Liebesleid ihren großen Auftritt hat.

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Tag der offenen Tür im Archiv für Volksmusik in Krumbach

Haben Sie schon mal aus alten Noten musiziert? Aus Notenhandschriften, die aus einer Zeit stammen, in der es noch keine Möglichkeit gab, Melodien mit einem Computer zu schreiben und anschließend auszudrucken?
Als ich Anfang 2016 die Stelle als Mitarbeiter im Notenarchiv angetreten habe, war zunächst meine größte Sorge, ob ich aus den Handschriften alles entziffern und lesen kann. Ziemlich bald merkte ich jedoch, dass meine Sorge unbegründet war, denn ich  konnte mich vom schönen und sauberen Schreibstil der einst lebenden Musikanten  überzeugen lassen – so wie auch die Besucher beim Tag der offenen Tür am 4. März 2017, als sie gespannt und interessiert in eine Auswahl von Handschriften blicken konnten. Tag der offenen Tür im Archiv für Volksmusik in Krumbach weiterlesen

Goldnes Blatt vom Himmelsbaum – Chorsingtag in Kloster Holzen am 19.11.2016

Bereits zum 11. Mal veranstaltete der Bayerische Landesverein für Heimatpflege mit dem  Referenten-Team um Erich Sepp, Dagmar Held und Eva Horner den Chorsingtag  in Kloster Holzen (dieses liegt zwischen Augsburg und Donauwörth). Ziel dieses Fortbildungstages ist es, weltliche und geistliche Volkslieder im Chorsatz kennenzulernen und mehrstimmig, in der Regel vierstimmig, zu singen. Die allermeisten Chorsätze stammen dabei von Erich Sepp und orientieren sich in vielen Fällen an der mündlich überlieferten Mehrstimmigkeit. 0665-klein
Gerade für kleine Chöre oder Gesangsgruppen, die drei- bis vierstimmig singen, eignet sich der Chorsingtag gut, um ihr Repertoire mit einfachen, leicht singbaren und schön klingenden Chorsätzen zu erweitern.

goldnes-blatt-titelbildIn diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf dem im November neu erschienenen Chorheft „Goldnes Blatt vom Himmelsbaum“ – 44 Volkslieder zur Advents- und Weihnachtszeit für gemischten Chor in Sätzen von Erich Sepp. Die Idee war, die vielen schönen Chorsätze, die bei den vergangenen Chorsingtagen vorgestellt und erlernt wurden, in einem Heft gesammelt zu veröffentlichen. Auch einige, noch unbekannte Lieder wurden mit aufgenommen.

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Aus den Notennachlässen der Musikerfamilie Fürst

(Anmerkung: Downloadmöglichkeit am Ende des Beitrages)
In Heft 158 (III/2016) der Fränkischen Volksmusikblätter haben wir anlässl. des 200. Geburtstages von Georg Gustav Adolf Fürst (geb. 1816 in Heidenheim, gest. 1901 in Feuchtwangen) einen interessanten Beitrag über Die fränkische „Musikdynastie“ Fürst veröffentlicht. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Artikel von Gerhard A. Fürst, einem  Nachfahren dieser in Franken sehr wichtigen Musikerfamilie, der in Kalamazoo (Michigan, USA) lebt. Ergänzend dazu druckten wir in Faksimile zwei Notenbeispiele aus dem Archiv der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik ab: die Polka „Von Blume zu Blume“ von O. Heyer arr. im Juli 1885 für Blechbesetzung von Wilhelm Fürst (1848-1991, städtischer Musikmeister in Rothenburg ob der Tauber) und den „Toni-Marsch“ für Klavier von Eduard Fürst (1860-1930, städtischer Musikmeister in Neustadt/Aisch).
Hier erhalten Sie nun die im Heft versprochenen Transkriptionen und Ergänzungen zur Polka „Von Blume zu Blume“:

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Singender Adler

„Habt ihr früher im Wirtshaus auch gesungen? Wer waren denn die Hauptsänger? Könnt ihr euch noch an Lieder erinnern? Was habt ihr denn gesungen?“ Das sind so einige der Standardfragen, die ich meinen Gesprächspartnern bei meinen örtlichen Befragungen gerne stelle. Außer natürlich, ich wurde eh schon zu einem kundigen Sänger geschickt.

Diesmal war es gleich eine ganze Singrunde, die sich im März letzten Jahres zu einem Treffen bereit erklärt hatte, um mir ihre Lieder vorzusingen. Aus Silheim und Großkissendorf, das sind zwei Dörfer im Bibertal im Landkreis Günzburg stammen die Sänger, die über ein erstaunliches Liedrepertoire verfügen. Wer jetzt wissen will, was es mit der Franzosawehr, dem alten Eckklavier, der Frau Tschotschill und einem verrückten Gockel auf sich hat, der sollte unbedingt weiterlesen.

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Vom Longway zum Achter

Kette, Achter, Handtour, Damenkette, Dos à dos, Paarkreis, Platzwechsel, Tore. Diese Figuren kann man z.B. in der Francaise finden, die wir in vielerlei Varianten in Bayern aufzeichnen konnten. Allein aus Bayerisch-Schwaben gibt es sieben vollständige Rekonstruktionen dieser beliebten Tanzform. Dazu gesellen sich noch zwei Achtertanzformen und eine Lancierform, die aus lebendiger Überlieferung in Oberstaufen aufgezeichnet werden konnte.

Aber Moment mal, diese Figuren begegnen dem experimentierfreudigen Tänzer auch in anderen Tanzformen z.B. in den ‚English Countrydances’ von John Playford.

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Verschiedene Tänze für Blasmusik

(Anmerkung: Downloadmöglichkeit am Ende des Beitrages)
Bereits im Jahr 1988 veröffentlichte Erwin Zachmeier, der damalige Leiter der Beratungsstelle für fränkische Volksmusik in Stein bei Nürnberg, in der Reihe „Arbeitshilfen zur Volksmusikpflege“ diese Notenausgabe für kleine Blasmusik mit Arrangements von wichtigen Volkstänzen und Großtanzformen.

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Von Tatjana, Hopferbauer und Rock Around the Clock

Vor zwei Jahren gab mir mein Vater eine Telefonnummer, da solle ich mich  melden, es seien Noten anzuschauen. Da es eine Telefonnummer im Nachbarort Neukirchen war, vermutete ich, es würde sich um Noten der ehemals dort ansässigen Musikkapelle handeln, nach denen ich vor langer Zeit schon einmal gefragt hatte. Doch es meldete sich am anderen Ende der Leitung nicht der erwartete Familienname, sondern ein Ludwig Fronauer. Er hätte zur Zeit viele Noten da, und er wolle mir gerne in meinem Büro etwas zeigen davon.

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Das Notenbuch des Karl Gottlob Wiegand 1854

(Anmerkung: Downloadmöglicheit am Ende des Beitrages)
Über den Ansbacher Musiker Bernd Dittl (www.dittlmusik.de), erhielten wir den Scan einer interessanten alten Notenhandschrift.
Dazu, wie er selbst in den Besitz dieser Handschrift gelangte, schreibt Bernd Dittl: Die vorliegende Handschrift übergab mir mein Musikerkollege Jörg Wegner im September 2007. Jörg ist Pfarrer in der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Stegen im Dreisamtal, Schwarzwald, Nähe Freiburg. Er ist auch Orgelbauer und spielt unter anderem verschiedene Dudelsäcke der Balkanländer und Diatonisches Akkordeon.
Jörg Wegner hat die Handschrift ca. 1978 im Kreis Lippe, Externtal (zwischen Hameln und Lemgo) von der Enkelin eines ehemaligen Tanzmusikanten geschenkt bekommen. Auf deren Dachboden befanden sich damals noch weitere Gegenstände aus dem Nachlass dieses Musikers (Geigen, ein Kontrabass, eine Buchsbaumklarinette mit 2-3 Klappen, etc.).

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Volksmusikwoche Bayerischer Dreiklang 2015 in Herrsching am Ammersee – Impressionen

[Anmerkung: Dieser Beitrag stammt von unserem ehemaligen Mitarbeiter Johannes Sift.]

Nachdem 2014 das Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching durch umfassende Baumaßnahmen renoviert wurde, durfte der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. im Jahr 2015 wieder mit seiner bayernweit bekannten und beliebten Volksmusikwoche zu Gast sein. Die erste Sommerferienwoche stand somit ganz im Zeichen der bayerischen, fränkischen und schwäbischen Volksmusik – so erklärt sich auch die Namensgebung „Bayerischer Dreiklang“: Volksmusik in all ihren Ausprägungen bildet mit Singen, Tanzen und Musizieren ebenso einen Dreiklang wie auch ihre regionale Herkunft aus allen fränkischen, schwäbischen und bayerischen Landesteilen.

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Hippe Tänze oder Hippentänze?

Schweinauer, Schleifer, Heuberger, Oberländer, Oberab, Übernfuaß, Mischlich, Bairische, Bavorák, Hippentänze oder doch Zwiefache? Auf jeden Fall sind Zwiefache gerade sehr angesagt und das nicht nur in Bayern. Sie wurden zu bayerischen Exportschlagern, was sich auf Youtube in vielfältiger Hinsicht bestaunen lässt z.B. als durchchoreografierte Bühnenshow in Nordamerika, wo die Zwiefachen als ‚German Dance’ bezeichnet werden,  oder man kann man sich auf israelischen Videos zeigen lassen wie ein Zwiefacher richtig getanzt wird.

Aber noch viel exotischer ist für viele wahrscheinlich die Tatsache, dass Zwiefache kein altbayerisches Phänomen sind. Ganz im Gegenteil: auch in Schwaben, Franken oder im Schwarzwald wurden und werden gerne Zwiefache getanzt. Erich Sepp hat deshalb in einer neuen Publikation eine Unmenge an interessanten Melodien aus dem schwäbisch-alemannischen Sprachraum zusammengetragen. Hippe Tänze oder Hippentänze? weiterlesen