Herzlich willkommen

beim Volksmusik-Magazin des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V.

Auf dieser Plattform präsentieren wir – die Mitarbeiter/-innen der Abteilung Volksmusik – interessante Ergebnisse aus der täglichen Arbeit in den Beratungs- und Forschungsstellen für Volksmusik in Altbayern, Franken und Schwaben.

Hier finden Sie Wissenswertes und Hörenswertes über die Volksmusik in Bayern allgemein und im Besonderen über unsere Arbeit: Es gibt historische und neu gesetzte Noten für Instrumentalmusik bzw. Lied- und Tanzblätter zum Herunterladen, außerdem Musikbeispiele und Informationen zu unseren  Veranstaltungen u.v.a.m.

Lesen Sie mehr darüber und über die verantwortlichen Blog-Autoren unter dem Menu „Über uns“.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern, Lesen und Hören und hoffen auf rege Rückmeldungen über die angebotene Kommentarfunktion.

Von Schafen, Liedern und Genies

Im September 2018 war Maria Anna Sauter aus Ebershausen als Praktikantin in der Forschungsstelle für Volksmusik in Schwaben in Krumbach zu Gast. Während ihres zweiwöchigen Praktikums bekam sie einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Forschungsstelle. Aber lassen wir sie selber erzählen:

Von Schafen, Liedern und Genies

Was genau machen eigentlich die Mitarbeiter der Forschungsstelle für Volksmusik in Schwaben? Und wie sieht ihre Arbeit aus?
Diese Fragen habe ich mir gestellt, als ich mich im Mai 2018 in Krumbach für ein zweiwöchiges Praktikum bei der Forschungsstelle für Volksmusik in Schwaben beworben habe. Von Schafen, Liedern und Genies weiterlesen

Stehn zwei Stern am hohen Himmel

Zur Zeit begleitet mich ein Ohrwurm und wie das bei Ohrwürmern so ist, meldet er sich gleich beim Aufwachen, begleitet mich auf dem Weg zur Arbeit und summt mich abends in den Schlaf. Eingepflanzt hat ihn mir meine Tochter Magdalena, die ganz beseelt von einer Chorprobe nach Hause kam. Für eine Konzertreise nach Südamerika mit dem Kammerchor der Universität Augsburg studierten sie auch einige deutsche Volkslieder ein und eins davon fand sie ganz besonders schön: „Stehn zwei Stern am hohen Himmel“, ein sehr poetisches Liebeslied mit einer wunderschönen Melodie. Sie hat es mir gleich vorgesungen und seitdem lässt mich die Melodie nicht mehr los. Auch den Text finde ich sehr berührend:

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Die Deandln vom Woid habn a Herz als wia s’Gold – Feldforschung als Fundgrube überlieferter Lieder

Viele deCOVERr liabsten Liader wurden bei Feldforschungen aufgezeichnet, wie z.B. die schöne niederbayerische Ari „Aber eantadhoi der Doana“. Im Nachfolgenden könnt ihr einen kleinen Einblick in die Feldforschungsarbeit gewinnen, die für uns immer wieder Quelle und Inspiration ist.

Unter Feldforschung im soziologischen und volkskundlich-wissenschaftlichen Sinn wird „die systematische Erforschung von Kulturen oder bestimmten Gruppen verstanden, indem man sich in deren Lebensraum begibt und das Alltagsleben der Menschen zeitweise teilt. Mithilfe eines oder mehrerer Informanten und durch gezieltes Fragestellen sowie teilnehmende Beobachtung werden wissenswerte Informationen über die betreffende Kultur oder Gruppe gesammelt.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Feldforschung aufgerufen am 16. Januar 2018)

Gerade das Volkslied ist ein typisches Untersuchungsgebiet volkskundlicher Feldforschung gewesen, national wie international. Dennoch trifft der Begriff nur sehr eingeschränkt auf unsere Feldforschungen zu. Es ist vielmehr ein Sammeln mehr zufällig angetroffener Lieder oder möglichst ergiebiger Quellen. Systematische Erforschung findet nicht statt, die Vorgehensweise ist sehr individuell. Aber immerhin: er werden Sänger und Sängerinneninnen, Musikanten und tanzkundige Menschen aufgesucht und nach ihren musikalischen Erfahrungen und Kenntnissen befragt oder Notenkisten durchgeblättert. Ihre Lieder und Musikstücke werden auf Tonband aufgenommen, Notenblätter kopiert oder zum Kopieren ausgeliehen, Tänze werden choreografisch aufgezeichnet, und es wird nach den Lebenszusammenhängen gefragt, in denen diese Musikalien verwendet wurden.

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Ein Lied kommt nach Hause

Ich hoffe, einige von euch haben schon das ein oder andere der „Liabsten Liader“ zu eigenen Lieblingsliedern gemacht! Zu einigen der Lieder gibt es auch besondere Geschichten, sei es nun zu den Sängern, die die Lieder vorgesungen haben, zur Situation der Aufzeichnung oder zu den Gelegenheiten, bei denen sie gesungen wurden. Eine ganz persönliche Geschichte kann Simone Lautenschlager, die ja auch bei dem Singprojekt „Lauter liabste Liader“ mit dabei war, erzählen. Lassen wir sie jetzt selbst zu Wort kommen:

Als ich im Sommer 2simone003 nach Herrsching zum Bayerischen Dreiklang fuhr, wusste ich noch nicht, mit welchem Schatz ich nach Hause kommen sollte. Wie immer lernte ich in der Singstunde eifrig alle Lieder. Darunter eines, das besonders schwierig auswendig zu lernen war. Ständig noch eine Schleife und noch ein Melodieanhängsel. So schien es mir zumindest. Eine ganze Woche habe ich gebraucht, um die Melodieführung zu lernen.

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In da Fosnat

Lied in der Faschingszeit

In der Fosnat dou is luste bearb

 

Download der PDF-Datei (82 KB) hier: In-der-Fosnat-dou-is-luste.pdf

Für die Offenen Singabende in der Faschingszeit war ich auf der Suche nach einem entsprechenden Lied. Fündig wurde ich im maschinenschriftlich (Texte) und handschriftlich (Melodien) abgefassten Büchlein von Horst Grünbauer mit dem Titel: 75 Lieder aus dem singenden, klingenden Dorf [Neuhäusl] an der böhmisch, bayerischen Grenze, München 1981 (Selbstverlag „D’Grünbauer Stub’m Musi“). 

Das Lied scheint eher lokal in Gebrauch gewesen zu sein. Eine weitere Aufzeichnung oder Druckausgabe ist mir bisher nicht bekannt geworden. Zum Verwechseln ähnlich lautet der Anfang eines jedoch gänzlich unterschiedlichen Liedes in der Tirschenreuther Liedermappe 8 vom Jahr 2004, Nr. 12: „In da Fosnat, dao woars luste“. Dieses adaptiert die Melodie von „Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön“ auf eine gereimte Reminiszenz von Heimatvertriebenen an die Faschingstage in der früheren egerländischen Heimat.
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Lauter liabste Liader

Ich kann mich noch sehr genau an meinen ersten Lehrgang beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege erinnern. Eine Freundin nahm mich zur Volksmusikwoche „Bayerischer Dreiklang“ nach Herrsching mit. Singerisch hat sich hier für mich eine ganz neue Welt aufgetan. Zum einen vom Liedrepertoire, das so ganz anders war, als die Lieder, die ich bis dahin kannte. Diese Art Lieder, die vor allem zu später Stunde im Bierstüberl erklangen, waren mir völlig neu – fremd und faszinierend zugleich.
Und zum anderen die kraftvolle Art des Singens. Einer stimmte an, die anderen suchten sich eine Stimme dazu, drüber oder drunter. Und ganz wichtig und essentiell war der volltönende Bass – von vielen gesungen – der eine unglaublich kräftige Basis bildete. Ich war fasziniert und verzaubert. Für mich waren diese Singerlebnisse wirklich prägend und inspirierten mich, mich selbst auf die Suche nach überlieferten Liedern zu machen. Immer wieder habe ich es als Sternstunde empfunden, wenn die „richtigen“ Sänger da waren, die das gleiche Liedrepertoire beherrschten wie ich. Ein Liedrepertoire, das zugegebenermaßen recht speziell ist. In so einer Sternstunde ist auch die Idee gereift, diese wunderbaren Lieder klanglich zu dokumentieren.

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Liabste Liader lernen

Wir möchten Sie einladen die „Liabsten Liader“ selbst zu singen! Das Kraftvolle dieser Gesänge liegt nicht nur in den Melodien, sondern auch in der Mehrstimmigkeit.
Diese entsteht im freien Zusammensingen, ohne Noten und Chorsatz. Bei Lehrgängen bleibt leider oft nicht die Zeit auf diese Mehrstimmigkeit ausführlicher einzugehen und sie auszuarbeiten, vor allem für die eher Ungeübten. Deshalb ist die Idee entstanden, für die „Liabsten Liader“ klangliches Übematerial bereitzustellen, um nicht nur die Melodie der Lieder zur lernen, sondern um auch die zweite und dritte Stimme oder den Bass nachvollziehen zu können. Christian Weigl, der Tonmeister der CD hat hierfür von jedem Lied (ausser die Geigesang-Lieder) die erste Strophe entsprechend aufbereitet. Um auch der Funktion der einzelnen Stimmen Rechnung zu tragen (so liegt die Hauptstimme oftmals in der Mitte und wird dann übersungen), haben wir sie entsprechend benannt: z.B. Hauptstimme, Überstimme.

Um die gewünschte Stimme zu hören, einfach auf die entsprechende Stimme klicken. Diese Stimme erklingt dann lauter, die anderen Stimmen erklingen leise im Hintergrund dazu, um eine Orientierung zu haben.
Die Reihenfolge der Lieder entspricht der Reihenfolge auf den beiden CDs.
Viel Freude beim Ausprobieren und Singen!

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Liederlust mit Rosenduft

Eine der meistbesungenen Blumen ist sicher die Rose. Ich denke, jedem kommen sofort einige Liedtitel in den Sinn, wenn er an die Rose denkt. Wer hat nicht schon zu den „weissen Rosen aus Athen“ von Nana Mouskouri geschwoft oder sich mit Hildegard Knef gewünscht: „Für mich soll’s rote Rosen regnen?“
Auch im Bereich der Volkslieder findet sich eine Vielzahl an Liedern, in denen die Rose als Symbol für Liebesglück und Liebesleid ihren großen Auftritt hat.

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Tag der offenen Tür im Archiv für Volksmusik in Krumbach

Haben Sie schon mal aus alten Noten musiziert? Aus Notenhandschriften, die aus einer Zeit stammen, in der es noch keine Möglichkeit gab, Melodien mit einem Computer zu schreiben und anschließend auszudrucken?
Als ich Anfang 2016 die Stelle als Mitarbeiter im Notenarchiv angetreten habe, war zunächst meine größte Sorge, ob ich aus den Handschriften alles entziffern und lesen kann. Ziemlich bald merkte ich jedoch, dass meine Sorge unbegründet war, denn ich  konnte mich vom schönen und sauberen Schreibstil der einst lebenden Musikanten  überzeugen lassen – so wie auch die Besucher beim Tag der offenen Tür am 4. März 2017, als sie gespannt und interessiert in eine Auswahl von Handschriften blicken konnten. Tag der offenen Tür im Archiv für Volksmusik in Krumbach weiterlesen

Goldnes Blatt vom Himmelsbaum – Chorsingtag in Kloster Holzen am 19.11.2016

Bereits zum 11. Mal veranstaltete der Bayerische Landesverein für Heimatpflege mit dem  Referenten-Team um Erich Sepp, Dagmar Held und Eva Horner den Chorsingtag  in Kloster Holzen (dieses liegt zwischen Augsburg und Donauwörth). Ziel dieses Fortbildungstages ist es, weltliche und geistliche Volkslieder im Chorsatz kennenzulernen und mehrstimmig, in der Regel vierstimmig, zu singen. Die allermeisten Chorsätze stammen dabei von Erich Sepp und orientieren sich in vielen Fällen an der mündlich überlieferten Mehrstimmigkeit. 0665-klein
Gerade für kleine Chöre oder Gesangsgruppen, die drei- bis vierstimmig singen, eignet sich der Chorsingtag gut, um ihr Repertoire mit einfachen, leicht singbaren und schön klingenden Chorsätzen zu erweitern.

goldnes-blatt-titelbildIn diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf dem im November neu erschienenen Chorheft „Goldnes Blatt vom Himmelsbaum“ – 44 Volkslieder zur Advents- und Weihnachtszeit für gemischten Chor in Sätzen von Erich Sepp. Die Idee war, die vielen schönen Chorsätze, die bei den vergangenen Chorsingtagen vorgestellt und erlernt wurden, in einem Heft gesammelt zu veröffentlichen. Auch einige, noch unbekannte Lieder wurden mit aufgenommen.

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Aus den Notennachlässen der Musikerfamilie Fürst

(Anmerkung: Downloadmöglichkeit am Ende des Beitrages)
In Heft 158 (III/2016) der Fränkischen Volksmusikblätter haben wir anlässl. des 200. Geburtstages von Georg Gustav Adolf Fürst (geb. 1816 in Heidenheim, gest. 1901 in Feuchtwangen) einen interessanten Beitrag über Die fränkische „Musikdynastie“ Fürst veröffentlicht. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Artikel von Gerhard A. Fürst, einem  Nachfahren dieser in Franken sehr wichtigen Musikerfamilie, der in Kalamazoo (Michigan, USA) lebt. Ergänzend dazu druckten wir in Faksimile zwei Notenbeispiele aus dem Archiv der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik ab: die Polka „Von Blume zu Blume“ von O. Heyer arr. im Juli 1885 für Blechbesetzung von Wilhelm Fürst (1848-1991, städtischer Musikmeister in Rothenburg ob der Tauber) und den „Toni-Marsch“ für Klavier von Eduard Fürst (1860-1930, städtischer Musikmeister in Neustadt/Aisch).
Hier erhalten Sie nun die im Heft versprochenen Transkriptionen und Ergänzungen zur Polka „Von Blume zu Blume“:

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