4 ✯ Gedenktag der heiligen Barbara

Glück auf, liabe Bergleut’
Es singen Christoph Lambertz und Dagmar Held

Gastbeitrag von
Dr. Erich Sepp
Unser ehemaliger Leiter der Abteilung Volksmusik beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V. ist auch in seinem Ruhestand volksmusikpflegerisch weiterhin aktiv. Wir freuen uns, dass er uns immer noch sehr verbunden ist und für diesen Adventskalender anlässlich des Festtages der Hl. Barbara einen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Ganz herzlichen Dank dafür.

Text: A. Kerschbaum
Weise: Sepp Karl (1913–2003) Volksschullehrer und Musiker aus Vöcklabruck/Oberösterreich. Er hinterließ uns viele Melodien, von denen einige zu Volksliedern geworden sind. Das Lied „Glück auf, liabe Bergleut“ hat er Anfang der 1950er Jahre den Bergleuten von Ampflwang gewidmet. Im Kehrvers wird die heilige Barbara, die Patronin der Bergleute, angerufen. Die Singgruppe „Die singenden Schulmoasta z’Ampflwang“ haben das Lied aufgeführt und über den Rundfunk bekannt gemacht. Auch das bekannte Abschiedslied „A ganze Weil“ (1982) stammt von Sepp Karl.
Ampflwang liegt im Hausruckwald in Oberösterreich, wo von 1906 bis 1995 bergmännisch Braunkohle abgebaut wurde.

In Bayern hat der Rottenbucher Dreigesang bereits in den 1960er Jahren das Bergwerkslied übernommen, offenbar weil Rottenbuch an das frühere oberbayerische Kohlerevier Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting angrenzt, wo bis 1971 Pechkohle abgebaut wurde.


Hier können Sie das Liedblatt herunterladen: Glück auf, liabe Bergleut – Liedblatt

Die heilige Barbara ist die Schutzheilige der Bergleute. Sie ist eine der populärsten Heiligen. Die historische Existenz der Heiligen ist ziemlich unsicher. Legende und wirkliche Überlieferung sind heute schwer zu trennen. Historisch nachweisbar ist nur die Verehrung Barbaras als Märtyrerin.

Barbara und der Blitz
Nach der Legende lebte die Tochter des reichen griechischen Kaufmanns Dioskoros in Nikomedia, dem heutigen Izmir in der Türkei. Im Jahr 306 starb sie den Märtyrertod. Viele Erzählungen ranken sich um Barbara: So soll sie von ihrem heidnischen Vater in einen Turm eingeschlossen worden sein, weil er auf seine bildschöne junge Tochter eifersüchtig war und eine Heirat verhindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich heimlich taufen.
Auf der Flucht vor ihm soll sie durch eine Bergspalte entkommen sein und Unterschlupf bei einem Hirten gefunden haben, der sie schließlich verraten hat. Ihr Vater soll sie dem Gericht überantwortet und sie dann selbst enthauptet haben, woraufhin er von einem Blitz erschlagen wurde. Deshalb werden bei heftigen Gewittern Gebete an sie gerichtet.

Barbara-Bräuche
Aus demselben Grund ist sie die Schutzheilige der Artillerie. Ihr Bildnis wurde früher häufig auf Waffenlagern und Pulvermagazinen aufgestellt. Dargestellt wird die Heilige außerdem mit dreifenstrigem Turm, Kelch, Hostie, Schwert oder Fackel. Mit letzterer deshalb, weil Barbara vor ihrer Verurteilung mit brennenden Fackeln gequält worden sein soll.
Seit dem Mittelalter gehört die Heilige auch zu den 14 Nothelfern und wird besonders zum Schutz vor dem gachen Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen. Als Schutzheilige der Bergleute wird sie wegen ihrer Flucht durch eine Felsspalte verehrt. Bergleute in Österreich erhielten früher zur Erinnerung am 4. Dezember Barbara-Brot aus Pfefferkuchenteig; in anderen Bergwerken ließ man ihr zu Ehren am Barbaratag das Licht im Stollen brennen, um vor dem Tod unter Tage geschützt zu sein. Dazu gibt es Bauernregeln und Wetterorakel. Ein bekannter Spruch lautet: Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen. In Deutschland ist sie eines der drei Heiligen Madl’n.

Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.


Schon frühzeitig wurde Barbara Mittelpunkt der Verehrung, ihr Kult hat seinen Ursprung im östlichen Mittelmeerraum. Das früheste Zeugnis für ihre Verehrung im Abendland bildet ein Pfeilerfresko von 705/706 in der Kirche Santa Maria Antiqua in Rom. Reliquien kamen um 1000 nach Venedig und von dort nach Torcello. Als Grubenname im Bergbau taucht Barbara in Tirol seit dem frühen 14. Jahrhundert auf.
Der Barbaratag ist vor allem seit dem 17. Jahrhundert in Europa mit besonderen Bräuchen verbunden. Aus Westfalen, Schwaben, Bayern und Tirol stammt die Sitte, an dem Tag Weiden-, Kirschbaum- oder Forsythienzweige im Garten zu schneiden und in einem Krug mit Wasser in die Wohnung zu stellen. Die Knospen treiben in der warmen Wohnung bis zum Heiligen Abend aus. Für Kinder sind die Blüten im tiefen Winter faszinierend. Die Blüten symbolisieren das neue Leben und die Übernatürlichkeit der Geburt Christi.

Quellen:
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Barbara.htm
https://www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Die-heilige-Barbara-und-der-bluehende-Zweig/

(Erich Sepp)

5 Gedanken zu „4 ✯ Gedenktag der heiligen Barbara“

  1. Eine wirklich gute Idee dieser musikalische Adventskalender, singe alle Lieder die mir bekannt sind , gerne mit, die anderen genieße ich .
    Danke allen Mithelfern und wünsche noch eine genussvolle und hoamelige Adventszeit.

  2. Barbarazweig ERICH RUESS

    Toatastill, fascht nix zom heara,
    d Natur hält ihran Wenterschlauf.
    Ma isch sell gsterr, ma gaht it geara,
    pickelhett isch wo i lauf.

    I muaß me wirklich überwenda
    om aus dr warma Stub zom gau.
    Barbarazweigla will i fenda;
    Scher ond Händscha hau i au.

    Dr Schnea streibt sich de Schuah entgega.
    Er knirscht bei jedam Schritt.
    s Eis von ra Drecklach zoigt bloß Leaba,
    sprengts onter meine schwere Tritt.

    Grau en grau ond schneaverhanga
    zoigt sich dr Hemmel heit.
    Mei Schnaufer friart fascht na uff d Wanga,
    ond hongrig klengt dr Rab, wo schreit.

    Dr Weag na zua dr Doaraheck,
    der deicht me ewig lang.
    Schleah- ond Kirschzweig schneid i weg
    ond no drei andre, bis i gang.

    Denn en dr Stub, dr wohlig warma
    suach i a groaßa Bloamavas;
    stell nei dia Zweigla dürr ond arm.
    Jetzt send se von dr Wärme naß.

    Ma muaß bloß lang gnua watta kenna!
    Nach ogfähr zwoi, drei Wucha
    hau i – i mecht des Leaba nenna-
    lauter Bliata en dr Kucha.

    Woher, so muasch de dau oft frauga,
    kommt des Leaba, kommt dia Pracht?
    Du muasch – ganz oifach gseit – dra glauba!
    Nau hasch des Wonder iber Nacht.

    Es war bloß Liab ond Wärme – Helle,
    ond au a bißle Glauba.
    Jetzt spriaßt des Leaba aus de Zella,
    wo ma gmoit hat, s wärat taube.

    Ond jeds Jauhr kasch du des verspüra,
    daß du des Leaba wecka kasch!
    Au en dir sell! Muasch bloß probiera!
    Dir glengt des au! – Bloß wenn da masch.

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