Titelbild-Rosen

Liederlust mit Rosenduft

Eine der meistbesungenen Blumen ist sicher die Rose. Ich denke, jedem kommen sofort einige Liedtitel in den Sinn, wenn er an die Rose denkt. Wer hat nicht schon zu den „weissen Rosen aus Athen“ von Nana Mouskouri geschwoft oder sich mit Hildegard Knef gewünscht: „Für mich soll’s rote Rosen regnen?“
Auch im Bereich der Volkslieder findet sich eine Vielzahl an Liedern, in denen die Rose als Symbol für Liebesglück und Liebesleid ihren großen Auftritt hat.

Die Dichtung der Troubadours und Minnesänger des Hochmittelalters entwickelten eine eigene „Blumensprache, die sich bis ins 19. Jh. weiterentwickelte. Gerade die Rose als früh kultivierte Gartenblume findet schon früh Eingang in die Liedtexte im geistlichen und im weltlichen Bereich. Man denke hier an die lauretanische Litanei in der Maria als „Rose aus dem Stamme Davids“ und „Rose ohne Dornen“ besungen wird. Als weibliches Symbol taucht die Rose im 16. Jh. in städtisch-bürgerlichen Liebesliedern auf z.B. in dem berühmten Gedicht „Heidenröslein“ von Johann Wolfgang von Goethe, das über 50 mal vertont wurde. Die populärste und als Volkslied bis heute geläufige Melodie stammt von Heinrich Werner. 1829 wurde seine Fassung zum ersten Mal im Konzert der Braunschweiger Liedertafel, die er als Dirigent leitete, vorgetragen und ist bis heute in aller Munde.

Singen_1

Hier zur Illustration einige Zitate aus Volksliedern:
Rote Rosen grüne Blätter trage ich auf meinem Huat, mir und mei’m Geliebten zum Gefallen, weil er von mir scheiden muss –
Ich wollt, wenn’s Rosen rengt, dass mir mein Schatz begegnt –
Das Morgenrot ist weit, es streut schon seine Rosen –
Jetzt leg i mi nieder aufs Heu und aufs Moos, da fallen drei Röselein mir in den Schoß –
Wenns schneiet rote Rosen und regnet kühlen Wein –
Bei jeder Rose, die sie bricht, rollt eine Träne über ihr Gesicht –
In meines Vaters Garten blühn Rosen, Akelein.

Rosen

Bei dieser Fülle an Rosenliedern war die Idee sehr naheliegend diese Lieder einmal in einem Garten mit Rosen erklingen zu lassen. Und da es auch im kulinarischen Bereich raffinierte Köstlichkeiten und Leckereien gibt, die mit Rosenblättern aromatisiert und verfeinert werden,
war das Konzept für eine Singstunde der etwas anderen Art geboren. Wir haben es einen „kulturhistorischen, musikalischen und kulinarischen Spaziergang durch den Rosengarten“ genannt.
Die Kreisheimatstube in Stoffenried, ein kleines aber sehr feines Bauernhofmuseum im Landkeis Günzburg bietet dafür den perfekten Rahmen. Seine Leiterin Bärbel Mettenleiter-Strobel ist nämlich eine leidenschaftliche Rosengärtnerin und zusammen mit der Kräuterpädagogin Margit Baumhauer zaubert sie wunderbare Köstlichkeiten aus duftenden Rosenblättern. Das Buffet ist immer eine Augenweide und geschmacklich eine Entdeckung.

Rosenbowle

Aber bevor es ans Essen geht, spazieren wir durch den Garten und an verschiedenen Plätzen lernen die Singstundenbesucher neue Rosenlieder kennen und erfahren auch etwas zur Herkunft und Sammelgeschichte der Lieder. Die Veranstaltung ist sehr beliebt und zahlreiche singfreudige Besucher finden sich immer ein um das Thema „Rose“ musikalisch und kulinarisch zu erleben.
Auch heuer wird es wieder einen Rosenspaziergang geben:

Am Dienstag, den 30. Mai um 20 Uhr in der Kreisheimatstube Stoffenried.

Garten

Wer jetzt Lust bekommen hat zur Rosenbowle ein schönes Rosenlied zu trällern, findet hier einige Hörbeispiele zum Mitsingen. Der Liedertext ist in der jeweils beigefügten pdf zu finden.

Viel Freude beim Singen!

Rote Rosen, grüne Blätter

Download „Rote Rosen, grüne Blätter“

Ich wollt, wenn´s Rosen - Liedblatt

Download „Ich wollt, wenn’s Rosen rengt“

Und in dem Schneegebirge-Liedblatt

Download „Und in dem Schneegebirge“

Veröffentlicht von

Dagmar Held

Leiterin der Forschungsstelle für Volksmusik in Schwaben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.